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Das Auge isst mit! – Tipps fürs Frühstück in der Schule

An der Grundschule meiner Kinder gibt es ein Projekt, das sich der Gesundheitsförderung und Prävention verschrieben hat. Im Rahmen dieses Projekts, das in jeder Jahrgangsstufe einen anderen Themenschwerpunkt hat, lernen bereits die Erstklässler alles über gesunde Ernährung, was eine Ernährungspyramide ist, was der Körper in welchen Mengen braucht und was zu einem gesunden Frühstück gehört. In der Theorie ist der Weg zur gesunden Ernährung also schon mal mit Gemüse und Obst gepflastert. Die Praxis sähe vermutlich ganz anders aus, wenn sich die Kinder ihre Brotdosen selber packen würden.

Tatsächlich ist es aber gar nicht so schwer, den Kindern eine möglichst gesunde Brotdose zu packen, die sie dann auch noch gerne leer essen. Man muss nur die Vorlieben und Essgewohnheiten seiner eigenen Kinder ein bisschen beobachten und dann und wann in die Trickkiste greifen.

Ein gesundes, energiereiches Frühstück ist auch für den Tatendrang der Kinder unentbehrlich. Je nährstoffreicher das Essen ausfällt, desto mehr Energie haben die Kinder den ganzen Tag über. Wenn ich im Family-Account der App sehe, dass Fitbit Ace nicht so viele Schritte wie gewöhnlich registriert hat und die Kids demnach nicht ganz so aktiv wie sonst waren, kann das auch an einem schlechten Start in den Tag liegen. Und ein gesundes Frühstück ist dabei auf jeden Fall ein ausschlaggebendes Kriterium.

Alex, der Älteste, liebt Rohkost, Obst und freut sich sogar über Salatblätter auf seinem Brot. Da muss ich mir gar keine Gedanken machen und habe morgens eher die Qual der Wahl, was ich denn heute einpacke.
Max, der Mittlere, isst so gut wie gar nichts. Als er etwa 2 Jahre alt war, stellte er von heute auf morgen das Essen ein und beschränkt sich seither auf rund 10 Lebensmittel. Das ist ein bisschen tricky, aber auch da habe ich Wege und Mittel gefunden.
Mimi, die Kleinste, aß sehr lange Zeit gar kein Brot, so dass ich ihr ausschließlich Obst und Rohkost eingepackt habe. Aber auch das hat sich wieder geändert, so dass es inzwischen auch gerne mal zwei Stückchen Puzzlebrot oder eine Salami-Blume sein dürfen.

Ja, jetzt gucken wieder alle ganz komisch und fragen sich: wovon redet die Frau da? Dabei ist es eigentlich ganz einfach.

Ich verändere die langweiligen Lebensmittel einfach so, dass sie ein bisschen interessanter werden. Während der Kindergartenzeit habe ich aus Broten und Gemüse alle möglichen Tiere, Fahrzeuge und Blumen gebastelt, damit die Kinder Spaß am Essen hatten. In der Schule ist das jetzt ein bisschen uncool geworden, weshalb es jetzt keine Tiere und Fahrzeuge mehr sind, aber oft eben noch ein Puzzleteil, eine Blume oder ein gemaltes Gesicht auf einer Banane. Für die Formbrote nutze ich sogenannte Sandwichcutter oder auch normale Plätzchenausstecher. 

Als Alternative zum Brot gibt es hier auch gerne mal Mehrkorn-Bagels mit Frischkäse, Putenbrust, Tomate und Gurke. Oder Vollkorn-Wraps mit Kräuterfrischkäse, Möhre und Gurke. Gerade Letzteres ist zum Beispiel eine prima Möglichkeit, dem Essmäkler Max ein bisschen Möhre und Gurke unterzujubeln. Mit dem Sparschäler in feine Streifen geschnitten und eingerollt im Wrap fallen sie nämlich gar nicht mehr so auf.

 

Alex isst die Wraps am liebsten am Stück, während ich sie für Max in kleine Ringe schneide. Generell isst er lieber Dinge, die er einfach in den Mund stecken und nicht noch abbeißen muss. Wir warten nämlich immer noch auf einen Teil der bleibenden Schneidezähne.

Was bei allen drei Kindern recht unproblematisch ist: Obst, wie z.B. gelbe Kiwis. Die lieben sie wirklich ausnahmslos. Und damit es keine große Matscherei in der Brotdose gibt, packe ich eine halbierte Kiwi mit der Schnittfläche nach unten in ein Silikonförmchen und lege einen Eierlöffel dazu. So können die Kinder ihre Kiwi dann auch in der Schule problemlos weglöffeln.

Rohkost wie Kirschtomaten, Gurkenscheiben, Kohlrabisticks oder Möhrentaler gehen auch immer wunderbar. Möhre wurde hier lange von Mimi verschmäht, bis ich sie einfach nicht mehr in lange Stifte, sondern in runde Taler geschnitten habe. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine Veränderung ausmachen.
Für Mimi dürfen es auch immer gerne Beeren sein. Blaubeeren, Himbeeren oder Erdbeeren. Nektarinen mag sie nur, wenn sie schon klein geschnitten sind. Dafür bekommt sie dann eine kleine Mini-Gabel eingepackt, damit die Finger danach nicht so kleben.

Im Grunde ist nur wichtig, dass die Brotdosen mehrere Komponenten in kleiner Stückzahl beinhalten. Das hat so ein bisschen Buffet-Charakter und die Abwechslung macht den Kindern beim Essen deutlich mehr Spaß, als eine Wurststulle und eine halbe Banane.
Hinzu kommt: Kein Lebensmittel allein enthält alle Nährstoffe.

Je abwechslungsreicher man isst, desto geringer ist das Risiko einer einseitigen Ernährung.
Um die Lebensmittel in der Dose voneinander zu trennen benutze ich wiederverwendbare Silikonförmchen und lege auch immer ein Küchenkrepp mit in die Dose, damit z.B. die Nektarinenstücke nicht am Dosendeckel kleben. Süßigkeiten wie Schokolade, Gummibärchen oder Bonbons haben in einer regulären Frühstücksbrotdose meiner Meinung nach nichts verloren. Dafür gibt es hier aber durchaus mal einen halben Honig-Haferriegel oder einen Rosinenmüslikeks als kleine Zugabe, den ich dann oben auf das Küchenkrepp lege.

Zusammen mit einer kleinen Nachricht, die meinen Kindern einfach ein Lächeln ins Gesicht zaubern und sie daran erinnern soll, wie lieb wir sie haben. Als ich nun zu Beginn der Sommerferien den Ranzen des großen Sohnes ausräumte, fand ich alle Zettel des letzten Schuljahres in einem Geheimfach verwahrt. Als ich sie entsorgen wollte erhob er direkt Einspruch:
„Die hebe ich alle auf. Das ist mein Schatz!“

Liebe geht eben auch durch den Magen.

4 Kommentare

  1. Hallo Pia!
    Die Boxen sehen sehr lecker aus! Die Idee mit dem Wrap gefällt mir sehr, sehr gut. Unsere Jüngste kam vor zwei Wochen zur Schule und mag seitdem gar nicht mehr in der Schule essen. Wir haben unzählige Bento Boxen, die jetzt nur noch von den Großen (12&15) für den Ganztag genutzt werden. 😉 Die Sandwichbox von Tupper haben wir allerdings auch, nur passen meine runden Muffinförmchen dort nicht so toll rein. Verrätst du mir, woher du eure hast?
    Liebe Grüße, Kathrin

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