My First Fitbit

Familien-Challenges oder: Mutti ist ein Lauch

Ich habe zwei Söhne, die nur 14 Monate trennen. Und ich war immer der festen Überzeugung, dass das nur Vorteile mit sich bringt. Immer einen Spielpartner verfügbar haben, zum Beispiel. Ähnliche Interessen zur selben Zeit, eventuell. Einen partner in crime, möglicherweise. Das meiste davon trifft definitiv zu und ich würde die Entscheidung für einen geringen Altersabstand immer wieder so treffen, aber was ich im Vorfeld nicht bedacht habe: sie vergleichen und messen sich, wo sie nur können.

Wer ist besser in Mathe? Wer kann besser Radfahren oder kennt sich mit Computerspiel XY besser aus? Irgendeinen Wettbewerb haben die Jungs immer laufen, wenn auch meist ganz unbewusst.

Ich bin kein Gegner von Wettbewerben. Begriffe wie Wettstreit oder Wettkampf finde ich allerdings auch unglücklich gewählt. Sie implizieren einfach eine Härte, die im Vergleich von Fähig- oder Fertigkeiten nichts zu suchen hat, weil Menschen nun mal unterschiedlich sind und nicht jeder alles super gut können kann.

Da es doch recht natürlich ist, dass man sich dann und wann vergleich und messen möchte, verweise ich die Jungs gerne an Wettbewerbe, von denen ich vorher schon weiß, dass sie beide Stärken darin haben. Im Bereich Sport sind sie beide recht gut dabei. Der eine kann sehr schnell und lange laufen, der andere wieder weit werfen und springen. Darum versuchen sie sich auch jedes Jahr wieder am Deutschen Sportabzeichen und freuen sich auf die Bundesjugendspiele, die an unserer Schule einfach Sportfest genannt werden.

Max, der Jüngere, meinte letztes Jahr noch, er sei ja auf Grund seiner geringen Körpergröße beim Laufen und Springen benachteiligt. Letztendlich sprang er aber weiter als sein 20cm größerer Bruder, was seinem Selbstbewusstsein ganz sicher nicht schadete. Alex, der Ältere,  hat wiederum eine wahnsinnige Ausdauer. So richtig körperlich erschöpft habe ich ihn bisher nur selten erlebt.

Nun ist nicht jeden Tag Sportfest und das Sportabzeichen hat man dann auch irgendwann abgelegt. Der Wunsch sich zu messen bleibt aber bestehen. Also starten wir dann und wann gerne kleine Familien-Challenges mit unseren Fitbits. Die Jungs tragen beide die Fitbit Ace, ich eine Fitbit Versa.

Über die App suchen wir uns dann gemeinsam eine Challenge aus. Wochenend-Sieger (Wochenendvergleich), 5-Tage-Test (Werktagsvergleich), Täglicher Showdown (Tagesvergleich), Zieltag (Vergleich eines Zeitraums bis zu Tag x) oder – ganz neu – Familienwettkampf (Werktagsvergleich ausschließlich für Mitglieder des eigenen Familienkontos).

Meistens entscheiden wir uns für den 5-Tage-Test, wobei wir jetzt auch den Familienwettkampf wählen können, welcher montags startet und dann wird geschaut, wer bis Freitag die meisten Schritte gemacht hat. Das hat viele Vorteile. Zum einen ist der Wettbewerb nicht ständig in den Köpfen präsent. Zwar fragen die Jungs zwischendurch schon mal, wer schon wie viele Schritte hat, aber es ist kein permanentes Vergleichen. Zum anderen spornt es uns nochmal an, sich einfach körperlich mehr zu bewegen. Max läuft dann zum Beispiel schon mal lieber zu Fuß von der Schule nachhause, obwohl ich ohnehin an der Schule vorbei komme und ihn mitnehmen könnte.

Zu Beginn der Challenge legen wir einen Gewinn für den Wochensieger fest. Das kann ein Eis sein, eine Süßigkeit, die sie sich aussuchen dürfen oder eine extra Stunde an der Spielkonsole.

Durch die Angaben der persönlichen Körper-/Schrittlänge in der App, haben alle die gleichen Chancen auf den Wochensieg, völlig egal, ob sie 1,80 m oder 1,10 m groß sind. In der App wird man über die Zwischenstände informiert und weiß somit, wo man gerade steht und ab wann ich dann doch lieber zu Fuß gehen sollte, um überhaupt noch den Haus einer Chance auf den Sieg zu haben.

Aber sind wir ehrlich. Ich habe noch nie gegen die Jungs gewonnen und das, wo ich mich schon für eine recht aktive Person halte. Selbst als ich vergangenen Montagmorgen bei der Step-Aerobic war, hat Max mich mit einem Tagesergebnis von 13.913 Schritten um 900 Schritte überholt. Und das, obwohl er die Fitbit Ace beim eineinhalbstündigen Handballtraining am Nachmittag sogar ausziehen musste. Ich bin so ein Lauch und werde mir wieder kein Eis und keine zusätzliche Stunde vor der Konsole verdienen.

Aber nächste Woche! Da bekomme ich sie alle!

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