My First Fitbit

Alltagstress im Familienleben – Wie ich meine 5 Minuten Ruhe bekomme

Bekomm Kinder, haben sie gesagt. Das ist ein großer Spaß, haben sie gesagt. Sie geben einem so viel zurück, haben sie gesagt. Dem will ich nicht grundsätzlich widersprechen, aber wenn wir ehrlich sind, ist das Familienleben nicht immer nur ein großer Spaß, sondern auch eins: anstrengend!

Bei uns sind zurzeit Ferien und während ich diesen Text schreibe, gucken die Kinder Wicki – den Film. Anders käme ich aktuell gar nicht dazu mich auch nur 5 Minuten konzentriert vor meinen Laptop zu setzen. Vor einigen Jahren schlug mir mal ein findiger Pädagoge vor, ich solle doch einen Sprechstein nutzen, um dem Mitteilungsbedürfnis meiner drei Kinder Herr zu werden. Dafür benutzt man einen hübschen Stein in Handgröße, den man mit 3 Kindern eh ohnehin irgendwo findet. Entweder irgendwo im Auto unter den Sitzen, im Kinderzimmer zwischen den Kuscheltieren oder im Schuhregal im Flur . Derjenige, der den Stein in der Hand hält, darf sprechen und wenn er fertig ist gibt er den Stein weiter an den nächsten, der dann sein Anliegen vortragen darf. Man visualisiert damit quasi den schönen Satz: „Wir können gerne gemeinsam singen, aber nicht gleichzeitig sprechen.“

Von Sprechsteinen und einer Kassettensammlung

Ich nehme die Bedürfnisse meiner Kinder sehr ernst. Der eine muss unbedingt sein neustes Interessensgebiet mit mir teilen, der nächste hat Sorgen, die er los werden möchte und die dritte hat sich gestoßen und will getröstet werden. Ich bin dann da so gut ich kann. Höre zu, gebe Ratschläge oder puste auf Wunden. Nun ja, in den meisten Fällen fühle ich mich wie ein Sprechstein. Wer mich zuerst berührt, umklammert oder an mir zieht, darf sprechen. Doch da man sich häufig uneinig ist, wer mich jetzt zuerst berührt, umklammert oder an mir gezogen hat, sprechen wieder alle gleichzeitig. Okay, das ist jetzt übertrieben und eher sinnbildlich zu verstehen. Aber im Grunde fühlt es sich schon oft so an, als würde man mich unentwegt und ganztägig besprechen. Wie eine leere Kassette, damals, in den 80ern. Nur, dass mein Band lange voll ist und die Aufnahme ins Leere läuft.

Dazwischen gibt es diese kleinen Momente, in denen sie friedlich spielen, einer bei einem Freund oder beim Sport ist und der andere ein Buch liest. Und genau diese Momente nutze ich dann für mich. Nicht für die Spülmaschine, nicht für die Wäsche und nicht für das Schreiben eines Einkaufszettels. Ich mache mir einen Kaffee, setze mich an den Esstisch oder in die Küche und lese Nachrichten, Blogs oder höre bei meiner besten Freundin nach, wie ihr Tag so läuft. Diese Momente sind in der Zeit in denen alle drei Kinder zuhause sind, insbesondere in den Ferien, eher rar. Dann greife ich manchmal sogar noch etwas tiefer in die Trickkiste: zum Beispiel höre ich beim Falten der Wäsche oder beim Kochen mit Kopfhörern ein Hörbuch. Das ist ansonsten im Beisein der Kinder niemals mit ausreichend Ruhe lesen könnte. Auch das entspannt mich.

Die Reißleine ziehen

Wenn mir alles zu viel wird, die sich Kinder zum Beispiel in einer Art Streit-Staffellauf zu befinden scheinen, dann hau ich auch mal auf den Tisch, verdonnere alle dazu Schuhe anzuziehen und gehe mit ihnen spazieren. Die Spülmaschine ist auch noch da, wenn wir wiederkommen. Ebenso die Waschmaschine und der leere Einkaufszettel, der gefüllt werden will.

Der nahegelegene Friedhof hat sich da als ideales Ziel ergeben. Hier sind die Kinder ruhiger, lesen Grabsteine, sammeln Laub auf und sinnieren über das Leben und den Tod. Die Natur ist ohnehin der beste Ort, um seinen Puls wieder runter zu bekommen. In der Herbstsonne unter einem Kastanienbaum sitzen und den Eichhörnchen dabei zuschauen, wie sie Eicheln und Bucheckern die Bäume hoch schleppen. Großartig! Dank meiner Fitbit Versa weiß ich, dass diese kleinen und ruhigen Momente sich unmittelbar auf meinen Puls auswirken. Neben der geistigen Entspannung sehe ich so genau, wie auch mein Körper langsam runter kommt.

Zusätzlich zu meinen kleinen 5-Minuten Auszeiten und den Wald- und Wiesenspaziergängen hat die Dauer meines Schlafes einen ganz entscheidenden Einfluss auf meinen Tag, mein Stresslevel und somit zuletzt auch auf die Stärke meiner Nerven. Nun bin ich kein Mensch der um 20 Uhr ins Bett gehen kann. Eher schlafe ich morgens länger, was aber mit dem normalen Alltag als Familie eher selten zu vereinbaren ist. 7 Stunden müssen es aber mindestens sein, damit ich morgens nicht gereizt und dünnhäutig in den Tag starte. Von meiner Fitbit Versa erhalte ich abends einen Hinweis, wenn es Zeit wird sich Richtung Bett zu begeben. Bei den Jungs ist es ihre Fitbit Ace, die ihnen Bescheid gibt, wann es Zeit ist, das Licht zu löschen. Das klappt ganz hervorragend und seitdem wir alle den Schlaf bekommen, den wir persönlich brauchen, sind auch die Tage deutlich entspannter geworden.

Im Grunde ist es also ein Potpourri aus verschiedenen Dingen, die mich im Familienalltag nervenstark halten. Ausreichend Schlaf, kleine 5-Minuten-Auszeiten nur für mich, der Genuss von Natur für uns alle und regelmäßiger Sport, der uns körperlich fit hält. Letzte Nacht habe ich übrigens 8 Stunden geschlafen, hatte schon einen Kaffee für mich ganz alleine, konnte diesen Text mehr oder weniger in Ruhe schreiben und werde im Anschluss mit den Kindern Fensterbilder basteln. Nachher gehen wir ganz sicher noch eine Runde spazieren und dann bin ich gerne wieder ihr Sprechstein, lege eine neue, unbenutzte Kassette ein uns lasse mich besprechen bis das Band voll ist.

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